Archäologie

Überreste der Belagerung von Alesia

Die ersten Ausgrabungen an den Überresten der Belagerung von Alesia wurden auf Initiative von Napoleon III. in Angriff genommen. Innerhalb von fünf Jahren, von 1861 bis Ende 1865, konnten dabei die Verläufe der doppelten römischen Befestigungsanlage und der wichtigsten Lager freigelegt sowie zahlreiche bedeutende Fundstücke aus dieser Zeit entdeckt werden: Waffen, gallische und römische Münzen sowie militärische Gegenstände. Der Großteil der gefundenen Objekte ist derzeit im MAN, dem Musée d’archéologie nationale in Saint-Germain-en-Laye, zu sehen.

Wiederentdeckung der antiken Stadt

Parallel dazu richteten sich die Untersuchungen bereits ab 1810 auch auf die antike Stadt, wobei zwischen 1905 und 1906 nennenswerte Ausgrabungskampagnen unter der Leitung von Émile Espérandieu und der Société des Sciences de Semur-en-Auxois durchgeführt wurden. Seit den 1950er Jahren war die gallorömische Stadt Gegenstand zahlreicher Ausgrabungskampagnen unter der Schirmherrschaft der Universität, was zu einem schrittweisen Verständnis der Stätte beitrug.

zeitgenössische Forschung

Zwischen 1991 und 1997 wurde mit den vom Kulturministerium im Rahmen des Programmgesetzes zum Kulturerbe in Auftrag gegebenen Ausgrabungen ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht. Die deutsch-französischen Forschungen unter der Leitung von Michel Reddé und Siegmar von Schnurbein ermöglichten eine eingehende Untersuchung der kaiserzeitlichen Befestigungsanlagen. Anknüpfend an die Fotografien von René Goguey wurde 2011 unter der Schirmherrschaft des Departementsrats der Côte-d’Or ein Programm zur Luftprospektion mittels LIDAR-Fernerkundung durchgeführt.

jüngste Ausgrabungsprojekte

Zwischen 2008 und 2018 ermöglichte ein umfangreiches, von Olivier de Cazanove geleitetes Programm die Wiederentdeckung der Ausgrabungsstätte La Croix-Saint-Charles. Die Ausgrabungen brachten einen gallorömischen Quellheiligtum zutage, das Apollon Moritasgus gewidmet war, wobei ein außergewöhnlich gut erhaltenes Holzbecken freigelegt wurde, das den Besuchern heute im Dauerausstellungsparcours präsentiert wird.

Seit 2020 wurden die Ausgrabungen auf dem Gelände der besuchbaren archäologischen Stätte unter der Leitung von Mathieu Ribolet und Fabienne Creuzenet (UMR ARTEHIS, Universität Burgund) wieder aufgenommen. Dieses Forschungsprogramm stützt sich auf eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Departementsrat der Côte-d’Or, dem Regionalen Archäologiedienst Bourgogne-Franche-Comté, der Universität Burgund, dem Labor ARTEHIS, der Universität Pau, dem MuséoParc Alésia und der Gemeinde Alise-Sainte-Reine.